Der Anfang ist überraschend schwer

Mit dem Joggen Anfangen ist überraschend schwer und einfacher als schnell mal den Vorsatz dazu zu formulieren. Und Ihr kennt das oder? Es ist euch sicher schon ‚passiert‘, dass Ihr euren Freunden laut und stolz verkündet habt, dass ihr im neuen Jahr mit dem Sport anfangen werdet – das Joggen anfangen werdet – vielleicht habt Ihr sogar mit einem Marathon oder Halb-Marathon geprallt.

Und heute ist der erste Januar (oder der zweite da ihr mit eurem Karter nicht in den Bildschirm schauen wolltet) und wenn Ihr euch nach all dem Alkohol, Zigaretten dem fetten Essen und all den Chips euch wirklich noch an eure Vorsätze erinnern könnt, dann ist alleine das Anfangen unfassbar schwer. Also ich meine nicht die ersten Kilometer zu laufen. Ich rede vom inneren Schweinehund – ich rede nur vom Schuhe anziehen und raus gehen. Denn, so wie ich finde, ist im Vergleich zum hochkommen vom Sofa, das wirkliche Losjoggen ein leichtes. Doch auch wenn Ihr nun die ersten Schritte gemacht habt, sagen wir zum Anfange mal einen einzelnen Kilometer gelaufen seid und Ihr wirklich angefangen wollt an diesem Vorsatz zu arbeiten, dann ist es nicht unwahrscheinlich dass ihr nach den ersten Anläufen bereits wieder aufgegeben habt.

Besonders bei dem Thema Joggen – oder genauer: bei allen sportlichen Aktivitäten – Fehlt oft das How To. Ihr lauft zu schnell, Ihr seid nicht warm, Ihr besitzt keine Schuhe die fürs Laufen – oder überhaupt für Sport – ausgelegt sind, Ihr habt unrealistische Ziele. Denn wie auch: Ihr startet gerade erst und wisst nicht worauf Ihr achten sollt. Wo Ihr einmal hin wollt und ob das in der Zeit überhaupt realistisch ist.

Haltet euch einfach mal vor Augen:

2019 haben 52% beschlossen mit dem Sport anfangen bzw. mehr Sport zu betreiben. Bei vielen blieb es nur der Vorsatz und 90% hörten bereits nach einem Monat wieder auf bzw. verfolgte Ihre Vorsätze nicht weiter.

Du glaubst mir nicht? Schau selbst nach: Statista

Mit dem Joggen anfangen ist überraschend schwer

Realistische Ziele setzen

Reden wir über deine Ziele: Angenommen es ist Januar und du willst am Halbmarathon im Oktober teilnehmen. Du hast dir vorgenommen unter 3:30 Stunden ins Ziel zu kommen. Bis heute hast du nur kleine Sprints zum Bus hinter dir. Du hast eine normale Figur und bist sonst nicht besonders Sportlich. Ausdauersport hast du bis heute keinen betrieben, denn Fußball spielst du nicht und überhaupt ist Netflix und Zocken viel interessanter für dich, als dich draußen an der frischen Luft zu bewegen.

Gratulation: Du hast eine typische Situation vor dir. Du hast keine Erfahrung, ein großes Versprechen (an dich selbst – oder an andere?) nämlich deinen Vorsatz und du weißt weder wie du an dein Ziel kommen sollst, noch kannst du einschätzen ob dies möglich ist.

Hier die Wahrheit

Das schaffen wirklich nicht viele. Sei dir dem Bewusst und nimm es als Motivation dich etwas einzulesen und dran zu bleiben!

Ja es ist wirklich möglich. Es ist auch noch möglich wenn du einige Faktoren des eben beschrieben Szenarios veränderst. Dein Figur könnte optimaler sein oder du bist grundsätzlich schon mehr zufuß unterwegs.

Dir sollte bewusst sein: Es handelt sich hier um Sport. Um eine Form von Leistungssport und es ist nicht nur körperliche Ausdauer sondern auch mentale Ausdauer nötig um dies zu erreichen.

Du bist nicht viel Zufuß unterwegs? Mit dem Auto zur Arbeit, essen am Platz und danach mit dem Auto zurück? Zum Auto sind es wenige Meter und am Wochenende ist entspannen auf dem Sofa ein Pflichtprogramm? Klar du hast den Braten schon gerochen: Du machst bis heute nicht mal annähend die berühmen 10.000 Schritte pro Tag? Aber jetzt möchtest du das in einer durchschnittlichen Trainingseinheit mit etwas mehr Speed und der Chance auf Verbesserung vielleicht sogar täglich erreichen?

Jetzt anfangen, Realistisch weiter machen

Ich möchte dich motivieren, auch wenn es höchstwahrscheinlich gerade nicht danach aussieht. Doch möchte ich auch dass du auf ein erreichbares Ziel hinarbeitest. Dieses so steckst, dass es bewertbar wird und auch angepasst werden kann.

Warum muss es gleich einen Marathon sein? Ist der Halbmarathon nicht vielleicht realistischer. Oder wie wäre es mit dem 10 km-Lauf der oft am gleichen Tag wie der Halbmarathon oder der Marathon angeboten wird?

Und dann stellst du beim Training fest, dass doch mehr als 10 km möglich sind: Lass uns dein Ziel nach oben anpassen, statt während dem laufendem Training nach unten. Gib dir selbst die Chance dich zu motivieren, statt die Demotivation zu riskieren.

Nach oben korrigieren

Du bist schon eine Zeit lang dabei? Bringst ein wenig Ausdauer mit oder hast durch dein Training deinen Körper besser kennengelernt? Jetzt kannst du realistischer Ziele setzen. Oder passe dein gesetztes Ziel an. Dieses Mal wird es der Halbmarathon. Und ich schaffe es unter 3:30 Stunden ins Ziel! Denn du weißt inzwischen: Mit dem Joggen anfangen ist überraschend schwer – aber bei dir bereits gemeistert 😉

Du solltest wissen: Die meisten Veranstalter räumen eine verhältnismäßig kurze Zeit ein, um den Halbmarathon zu beenden. Doch gerade hier laufen die nicht so erfahrenen Jogger mit, die so etwas auch teilweise zum ersten Mal machen. Wer länger als vier Stunden braucht, wird von der Kehrmaschine eingesammelt und kann nicht durch das Ziel laufen.

Das Geheimnis: dran bleiben

Angenommen du hast nun bereits eine Summe von 100 km hinter dir. Du weißt inzwischen wie man sich warm läuft, kannst deine Geschwindigkeit gut genug einschätzen um auch bald mal deine ersten 10 km am Stück zu laufen. Doch inzwischen ist der Sommer da, es regnet heute oder du hast einfach nur keine Lust heute.

Gründe warum Menschen aufhören zu joggen

  • Zurückfallen in alte Muster
  • Es ist zu heiß geworden
  • Ich habe nur noch Schmerzen
  • „Ach heute ausnahmsweise nicht“ – Problematik
  • Äußere Umstände wie Corona
  • Stress in der Arbeit oder Zuhause
  • Mit dem rauchen wieder angefangen
  • Du wurdest (gesellschaftlich) gezwungen
  • Joggen ist nicht das richtige für dich

Diese Liste ist nicht abschließend. Diese Liste könnte Bücher füllen – wir üben das Ausreden-finden bereits mit 5 Jahren und das Vermeiden von Bewegung setzt mit zunehmendem Alter immer mehr ein. Der Bewegungsdrang nimmt ab und letztlich positionieren wir, als mündige Erwachsene, ein ganzes Lebens- und Freizeitkonzept auf einfache Dinge die wir auch nach einem anstrengenden Arbeitstag noch machen können.

Ein wenig liegt hier das Geheimnis den Bewegungsdrang zurück zu erlangen. Stolz, Motivation und das berühmte ‚Dranbleiben‘ helfen dir in ein regelmäßiges Sportleben (dies ist übrigens bei machen bereits nach 3 Wochen erreicht!). Ab diesem Punkt ist es schwer dich von deiner Laufeinheit abzuhalten. Aber, um dies nicht zu verschweigen, hier das gemeine: Diese eben erwähnte Gründe bringen dich dazu dieses Bewegungsmuster zu unterbrechen. Der innere Schweinehund ist mächtig, er kann mit einer einzigen Ausnahme oder einem kleinen Abweichen im Verhaltensmuster gefüttert werden! Es braucht nicht viel im ihn wieder zu streicheln und eine Sache fordert er dann besonders: Ruhe, sitzen, zocken, Netflix: Also alles was dich dazu bringt ihn mit noch mehr Ruhe zu beglücken und am besten mit Chips zu füttern.

Gründe warum Leute mit dem Joggen anfangen

Diese Gründe möchte ich euch auch nicht verschweigen. Sie sind nicht weniger interessant, zumal man sich beim durchlesen vorstellen kann wann es bei diesen einzelnen Gründen zum Entschluss kam mit dem Joggen anzufangen.

  • Guter Vorsatz fürs neue Jahr
  • Abnehmen wollen
  • Mehr Ausdauer haben wollen (zum Beispiel beim Sex)
  • Mit dem Partner mithalten wollen
  • Einmal im Leben einen Marathon schaffen
  • Einen Ausgleich zum Alltag haben
  • Fortschritte aufzeichnen (und teilen wollen)

Diese Liste ist genau so wenig abschließend wie die Gründe für das Aufhören. Mit dieser Liste kann man jedoch keine Bücher füllen. War dein Grund dabei? Höchst wahrscheinlich teilweise schon. Es sind die positiven Gedanken und Ideen in unseren Köpfen die für uns den, überraschend schweren, Anfang des Joggens ausblenden und die Vorteile in einer Idee bündeln:

Wenn ich heute mit dem Joggen anfange, dann habe ich die Kraft mit dem Rauchen auszuhören, werde schlanker und ausdauernder und habe dann auf Tinder mehr Chancen.

Kleine Anmerkung hier am Rande: Erfahrungsgemäß sind Ziele für einen selbst leichter zu verwirklichen als Ziele für andere. Dies ist ein gutes Beispiel für ein Ziel, dass man für andere verfolgt. Das bringt einige Gefahren mit sich. Unter anderem: Seinen Vorsatz in Frage stellen, wenn man nicht feststellen kann ob das Ziel erreicht wird.

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